Lokaler Mitarbeiter

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Lokale Mitarbeiter – was zu beachten ist!

Kulturelle Besonderheiten:

Singapore-Flag_1_LRBevor wir uns mit den formalen Anforderungen beschäftigen, beleuchten wir kurz anhand eines Beispiels die kulturellen Unterschiede, die bei der Einstellung von Mitarbeitern in Singapur zu beachten sind. Die Arbeitsqualität bzw. das Ausbildungsniveau in Singapur ist sehr hoch. Der Durchschnittsmitarbeiter ist gebildet, das Schulsystem ist für sein hohes Niveau weltweit bekannt, viele der Arbeitnehmer haben einen der vielen in- und ausländischen Universitäten besucht und Erfahrungen mit internationalen Konzernen sind oft vorhanden. Das sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht selten während der täglichen Arbeitsroutinen gewisse Überraschungen auf beiden Seiten lauern. In Deutschland wird man bereits während der Schulzeit u. a. zum kritischen Hinterfragen oder zum kreativen Lösen von Fragestellungen ermutigt. In Singapur liegt der Schwerpunkt auf Logik und System. So kommt es gelegentlich vor, dass der deutsche Vorgesetze eine Aufgabe an seinen Mitarbeiter delegiert, die zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen ist. Er fasst zwischenzeitlich kaum nach und geht von der erfolgreichen Durchführung aus, da er nichts Gegenteiliges hört. Zum besagten Zeitpunkt erwartet er dann das vereinbarte Ergebnis, es wurde allerdings nur zu 50% erledigt. Wieso? Ganz einfach, der Mitarbeiter war zwischenzeitlich mit einem Problem konfrontiert, mochte allerdings nicht darauf hinweisen, dass die “Sache so nicht funktioniert”. Er möchte nicht „sein Gesicht verlieren“ und wartet still ab. Es ist ihm ohnehin suspekt, dass sein deutscher Chef ihm relativ viel Freiraum lässt. Letztendlich treffen hier unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Die deutsche Mentalität, die nicht immer von Zurückhaltung oder Gelassenheit geprägt ist, und die asiatische Verhaltensweise, Kritik stets in Maßen und freundlich verpackt zu dosieren. Alles in allem sind diese Herausforderungen und die eine oder andere weitere Besonderheit schnell zu meistern, wenn man sich von Beginn an auf diese Begebenheiten einstellt, das Motto lautet „aufgeschlossen und flexibel“ sein und schon steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit kaum etwas im Weg – interessiert Sie mehr in diesem Zusammenhang? Dann lesen Sie bitte hier.

Der Arbeitsvertrag:

Vollzeitkraft:
Ab dem 17. Lebensjahr darf man in Singapur einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, das Rentenalter liegt bei 62 Jahren, eine Weiteranstellung bis zum 65. Lebensjahr ist möglich. Unter bestimmten Bedingungen können Sie allerdings auch Kinder bzw. Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren einstellen, vorausgesetzt, die entsprechenden arbeitsrechtlichen Vorschriften werden eingehalten.

Ein Arbeitsvertrag kann mündlich verfasst werden, üblich sind allerdings schriftliche Verträge. Grundsätzlich umfasst eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer folgende Punkte, die wie bereits beschrieben, den Anforderungen des „Employment Act“ (Arbeitsgesetz) entsprechen müssen:

•    Beschreibung der Stelle und ggf. Titel
•    Zeitlicher Umfang, z. B. befristet, unbefristet
•    Vergütung inkl. zusätzlicher Leistungen von Arbeitgeberseite
•    Arbeitszeit
•    Probezeit (wenn vereinbart)
•    Verhaltensregelungen („Code of Conduct“)
•    Beendigung (die entsprechenden Formalitäten)

asian-business-meetingAls Arbeitgeber sind Sie außerdem dazu verpflichtet, eine jährliche Gehaltsaufstellung für Ihre lokalen Mitarbeiter zu erstellen, was allerdings, wie bereits erwähnt, nicht mit dem entsprechendem Aufwand in Deutschland zu vergleichen ist. Zusätzlich ist der Sozialversicherungsbeitrag („CPF-Contribution“) für alle lokalen Arbeitnehmer zu zahlen, die mehr als SGD 50 im Monat verdienen. Der zu entrichtende Satz liegt bei 16% oder 20%, kann allerdings auch abhängig von verschiedenen Faktoren wie z. B. „Permanent Resident“-Status oder Mitarbeiteralter geringer ausfallen. Eine weitere Abgabe stellt der sogenannte “Skills Development Levy / SDL” dar, der übrigens auch für entsandte bzw. ausländische Mitarbeiter zu zahlen ist. Ziel dieser Abgabe ist die Finanzierung von Weiterbildungsmassnahmen. Auf die ersten SGD 4,500 des Monatsgehaltes sind 0,25% zu entrichten, maximal bis zu SGD 2. Berechnungsgrundlage sind sämtliche Einkommensbestandteile, wie z.B. das Gehalt, Kommissionen, Provisionen, Bonus, Urlaubsgeld, Überstundenvergütung und auch eine Wohngeldzulage.

Teilzeitkraft:

Eine Teilzeitkraft beschreibt in Singapur die Mitarbeiter, die wöchentlich weniger als 35 Stunden arbeiten. Auch Zeitarbeiter, die nur gelegentlich bzw. bei Bedarf eingesetzt werden und deren Arbeitsvertrag befristet ist, werden als Teilzeitkraft eingestuft. Grundsätzlich werden die jeweiligen Vertragsbestandteile anteilig angepasst. Zusatzleistungen wie z. B. Bonus, Krankenversicherung etc. werden allerdings vom Arbeitgeber in der Regel nicht gezahlt.

Studentische Aushilfen:
Inländische Studenten oder Studenten, die den „Permanent Resident“-Status besitzen, können in Singapur jederzeit als Teil- oder Vollzeitkraft eingestellt werden und auch hier muss vom Arbeitgeber für den “Permanent Resident / PR” der Sozialversicherungsbeitrag („CPF-Contribution“) abgeführt werden – für “Nicht-PRs” ist dieser Beitrag nicht zu zahlen. Im Falle einer Ausbildung entfällt dieser Beitrag ebenfalls und es ist nur eine monatliche Vergütung zu zahlen.

Pro:

•    Relativ gesehen günstiger als ein Expatriat
•    In der Regel flexibel – “schaut nicht permanent auf die Uhr”
•    Kennt die lokalen Begebenheiten

Contra:

•    Relativ geringere Entscheidungsbereitschaft im Verglich zu nicht-lokalen Mitarbeitern
•    Arbeitgeberwechsel wird gelegentlich bereits bei unwesentlichen Lohnerhöhung in Erwägung gezogen

 

Nächster Schritt: “Internationaler Mitarbeiter”